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Gute Medizin, schlechte Bewertungen? Daran messen Patienten Sie

  • Für Arztpraxen, die Wert auf ihr Personal legen
  • 3 Min. Lesezeit

Es ist eine unangenehme Wahrheit: Ein Patient kann fachlich nicht beurteilen, ob er gut behandelt wurde. Was er beurteilen kann, ist alles drumherum. Ob er durchgekommen ist. Wie lange er gewartet hat. Ob ihm jemand erklärt hat, warum es dauert. Ob der Ton am Tresen freundlich war, auch beim dritten Anlauf.

Genau daraus entsteht das Bild Ihrer Praxis, und daraus entstehen auch die Bewertungen. Wer fachlich hervorragend arbeitet und trotzdem schlecht bewertet wird, hat fast immer ein Problem an einer dieser Stellen.

Die vier Punkte, die Patienten wahrnehmen

Erreichbarkeit. Das ist der häufigste Kritikpunkt in Bewertungen von Arztpraxen. Nicht die Behandlung, sondern das nicht durchkommen. Wer zwanzig Minuten in der Warteschleife hängt, ist verärgert, bevor er überhaupt in der Praxis war.

Wartezeit, vor allem die unerklärte. Vierzig Minuten Wartezeit sind hinnehmbar, wenn jemand einmal sagt, dass ein Notfall dazwischenkam. Ohne Erklärung fühlen sich schon zwanzig Minuten wie Missachtung an.

Der Ton an der Anmeldung. Der Empfang ist der erste und der letzte Eindruck. Ein Team unter Dauerdruck klingt gehetzt, und das kommt beim Patienten als Unfreundlichkeit an, auch wenn es keine ist.

Verständlichkeit. Wer nicht verstanden hat, was er tun soll, ruft entweder an oder ist unzufrieden. Meist beides.

Der Zusammenhang, den man leicht übersieht

Drei dieser vier Punkte hängen an derselben Ursache: an einem überlasteten Empfang. Wenn dieselbe Person Telefon, Tresen und Rückfragen gleichzeitig bedient, entstehen automatisch lange Leitungen, ungeduldiger Ton und fehlende Erklärungen.

Das heißt: Servicequalität ist in einer Praxis selten eine Frage der Haltung. Sie ist eine Frage der Kapazität. Ein Team, das nicht ständig unterbrochen wird, ist automatisch freundlicher.

Was mit wenig Aufwand am meisten bringt

  1. Standardanliegen von der Leitung nehmen. Termine und Rezepte online, dann wird die Leitung für die frei, die sie brauchen.
  2. Wartezeit kommentieren. Ein Satz alle zwanzig Minuten im Wartezimmer verändert die Wahrnehmung mehr als jede Renovierung.
  3. Erwartung vorab setzen. Auf der Website ehrlich schreiben, wann Sie erreichbar sind und wie schnell Sie antworten. Wer weiß, dass Rückrufe nachmittags kommen, wartet entspannter.
  4. Wiederkehrende Erklärungen schriftlich geben. Vorbereitung auf eine Untersuchung, Verhalten nach einem Eingriff, Umgang mit Befunden. Was schriftlich vorliegt, muss nicht dreimal erklärt werden und wird besser befolgt.

Die Website als Servicekanal

Vieles von dem, was Patienten als Service erleben, entsteht vor dem Besuch. Klare Öffnungszeiten, eine ehrliche Angabe zur Erreichbarkeit, ein Weg für Termine und Rezepte, eine verständliche Anfahrtsbeschreibung samt Parksituation, und Antworten auf die Fragen, die wirklich gestellt werden.

Das ist unspektakulär, wirkt aber direkt auf die drei Punkte, die in Bewertungen auftauchen. Wer online alles findet, ruft nicht an, wartet nicht in der Schleife und kommt vorbereitet.

Was Sie in den ersten vier Wochen tun können

Wenn Sie nicht alles auf einmal angehen wollen, hat sich diese Reihenfolge bewährt. Sie kostet zusammen keine zwei Stunden Vorbereitung.

  1. Woche eins: messen. Eine Strichliste am Tresen, fünf Spalten: Termin, Rezept, Befund, Organisatorisches, Sonstiges. Nach fünf Tagen wissen Sie, wovon Sie reden, und Ihr Team weiß, dass Sie hinsehen.
  2. Woche zwei: den größten Block herausnehmen. In fast jeder Praxis sind das Termine oder Rezepte. Beides sind Vorgänge ohne medizinische Entscheidung.
  3. Woche drei: den Dienstplan festziehen. Vier Wochen im Voraus, Änderungen nur im Notfall. Das kostet nichts und wirkt sofort auf das Privatleben Ihres Teams.
  4. Woche vier: Verantwortungsbereiche verteilen. Hygiene, Impfmanagement, Material, Wundversorgung. Ein Bereich pro Person, mit echter Entscheidungsbefugnis.

Nach diesen vier Wochen haben Sie nichts angeschafft und niemanden eingestellt, aber Sie haben an drei der vier häufigsten Kündigungsgründe gerührt.

Der ehrliche Selbsttest

Rufen Sie an einem Dienstagvormittag in Ihrer eigenen Praxis an. Suchen Sie danach auf Ihrem Handy die Antwort auf drei Fragen: Wann haben Sie offen, wie bekommt man ein Folgerezept, wer vertritt Sie im Urlaub. Wenn eine der drei Antworten länger als eine Minute braucht, wissen Sie, woran Sie als Nächstes arbeiten.

Häufige Fragen

Was ist der häufigste Kritikpunkt in Bewertungen von Praxen?

Die telefonische Erreichbarkeit. Sie steht in Bewertungen deutlich häufiger im Mittelpunkt als die eigentliche Behandlung.

Wie gehe ich mit langen Wartezeiten um?

Ansprechen statt aussitzen. Eine kurze Information im Wartezimmer, warum es dauert, verändert die Wahrnehmung stärker als jede Verkürzung um zehn Minuten.

Lohnt sich eine Patientenbefragung?

Nur wenn Sie danach etwas ändern. Eine Befragung ohne sichtbare Konsequenz erzeugt Erwartungen, die dann enttäuscht werden.

Ihr Team entlasten

Eine Praxis-Website soll unnötige Anrufe abfangen, nicht einfach nur online sein.

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Lieber direkt? 0911 1440 8532

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