Denken Sie an die letzte Situation, in der jemand Ihre Praxis gesucht hat. Wahrscheinlich unterwegs, am Handy, mit einer Hand, vielleicht mit einem kranken Kind auf dem Arm. Gesucht wurde nach genau drei Dingen: Haben die jetzt offen, wie komme ich hin, wie erreiche ich die.
Wenn diese drei Antworten nicht sofort sichtbar sind, ist die Website an ihrer Hauptaufgabe gescheitert, egal wie gut sie am großen Bildschirm aussieht.
Woran mobile Praxis-Websites scheitern
- Zu kleine Schrift. Wer zoomen muss, ist schon halb weg. Fließtext unter 16 Pixel ist auf dem Handy zu klein.
- Die Telefonnummer ist kein Link. Eine Nummer, die man nicht antippen kann, muss abgeschrieben werden. Das macht kaum jemand.
- Öffnungszeiten in einer breiten Tabelle. Am Handy wird daraus eine Ziehharmonika oder man muss seitlich scrollen.
- Wichtiges zu weit unten. Öffnungszeiten hinter einem großen Bild, drei Bildschirmlängen entfernt.
- Zu langsame Ladezeit. Große Bilder im Hintergrund und viele nachgeladene Dienste kosten im Mobilfunknetz Sekunden. Nach drei Sekunden ist ein spürbarer Teil der Besucher weg.
- Zu kleine Schaltflächen. Alles, was man mit dem Daumen treffen soll, braucht ausreichend Fläche und Abstand.
Der Fünf-Minuten-Test
Nehmen Sie Ihr eigenes Handy, schalten Sie WLAN aus und rufen Sie Ihre Website auf. Dann stoppen Sie die Zeit für drei Aufgaben:
- Öffnungszeiten für morgen finden.
- Anrufen, ohne die Nummer abzuschreiben.
- Herausfinden, wie man ein Folgerezept bekommt.
Jede Aufgabe, die länger als zwanzig Sekunden dauert, ist ein Anruf, den Ihr Team bekommt. Das ist der direkteste Zusammenhang zwischen Website und Telefonlast, den es gibt.
Was zuerst zu tun ist
Erstens: die drei Antworten nach oben. Öffnungszeiten, Telefonnummer als anklickbarer Link, Adresse mit Routenlink. Idealerweise ohne Scrollen sichtbar.
Zweitens: Gewicht abwerfen. Große Bilder verkleinern und in einem modernen Format ausliefern, überflüssige Skripte entfernen. Tempo ist auf dem Handy kein Komfortmerkmal, sondern entscheidet darüber, ob jemand bleibt.
Drittens: Bedienbarkeit. Schaltflächen groß genug, Abstände großzügig, Formulare mit den richtigen Tastaturen, also Zifferntastatur bei Telefonnummern.
Warum Google das mitbekommt
Google bewertet Seiten seit Jahren primär in ihrer mobilen Fassung. Das heißt, die Version, die Sie auf dem Handy sehen, ist die Version, die über Ihre Sichtbarkeit entscheidet, nicht die am Desktop. Dazu kommt die Ladegeschwindigkeit als eigenes Signal.
Für eine Praxis, die lokal gefunden werden will, ist das entscheidend. Wer bei der Suche nach Ihrer Fachrichtung in Ihrem Ort auftauchen will, kommt an einer schnellen mobilen Seite nicht vorbei.
Nachrüsten oder neu bauen?
Wenn die Seite grundsätzlich modern gebaut ist, sind die drei Punkte oben oft in wenigen Stunden erledigt. Wenn sie noch aus einer Zeit stammt, in der eine eigene mobile Fassung üblich war, oder wenn sie auf einem überladenen Baukasten läuft, ist Nachrüsten meist teurer als ein Neubau, weil jede Änderung an derselben Grundlage scheitert.
Der ehrliche Prüfstein ist der Fünf-Minuten-Test. Wenn die drei Aufgaben daran scheitern, dass Inhalte fehlen, ist es Redaktionsarbeit. Wenn sie daran scheitern, dass die Seite technisch nicht mitspielt, ist es eine Grundsatzfrage.
Häufige Fragen
Wie schnell muss eine Praxis-Website laden?
Am Handy im Mobilfunknetz sollte der Inhalt in etwa zwei bis drei Sekunden stehen. Danach steigt die Abbruchrate deutlich an.
Was gehört bei einer Praxis-Website mobil ganz nach oben?
Öffnungszeiten, anklickbare Telefonnummer und Adresse mit Routenlink. Das sind die drei Dinge, weswegen die meisten Besucher kommen.
Reicht es, wenn die Seite am Desktop gut aussieht?
Nein. Google bewertet vorrangig die mobile Fassung, und die Mehrheit Ihrer Besucher kommt ohnehin vom Handy.